„Du bist nicht mehr da, wo Du warst, aber Du bist überall, wo wir sind“ (Victor Hugo)

Die Weltgesundheitsorganisation (kurz WHO) empfiehlt, nach Fehlgeburten und induzierten Schwangerschaftsabbrüchen mindestens sechs Monate zu warten, bevor man wieder schwanger wird, um Komplikationen in der nächsten Schwangerschaft zu vermeiden.
Es gibt aktuell jedoch keine validen Daten, die besagen, dass das Warten mit einer Folgeschwangerschaft das Risiko für einen erneuten Abort verringert.
Eine große norwegische Kohortenstudie, in die etwas über 49.000 Geburten nach einem Schwangerschaftsverlust einbezogen wurden, gibt Hinweise darauf, dass ein Abstand von < 3 Monaten zwischen den Schwangerschaften im Vergleich zu einem größeren Schwangerschaftsintervall von 6 bis 11 Monaten mit einem geringeren Risiko für eine intrauterine Wachstumsretardierung (SGA) und Schwangerschaftsdiabetes sowie einem ähnlichen Risiko für eine Frühgeburt, einem überdurchschnittlichen Geburtsgewicht (LGA) sowie Präeklampsie verbunden ist (1).
Daten aus einer Sekundäranalyse von etwas mehr als 1000 Frauen mit 1 oder 2 Aborten in der Anamnese ergaben, dass diejenigen, die innerhalb von 3 Monaten nach dem Abort wieder schwanger wurden, mit einer größeren Wahrscheinlichkeit (53 % versus 36 %) eine Lebendgeburt hatten als die, die länger warteten. Auch wurde auch festgestellt, dass eine erneute Schwangerschaft umso schneller eintrat, je kürzer das Zeitintervall zwischen dem Abort und dem Empfängnisversuch war (2).
Es kann individuelle Gründe wie z.B. eine vorher notwendige, abgeschlossene Diagnostik, die noch fehlende psychische Bereitschaft oder körperliche Folgen einer Kürettage für das Warten mit einer erneuten Schwangerschaft geben. Jedoch besteht keine generalisierbare Notwendigkeit, mit einer Folgeschwangerschaft nach einem Frühabort zu warten, um das Abortrisiko in dieser zu verringern.
Literatur:
Die Folgeschwangerschaft wird oft als eine sehr nervenaufreibenden, emotional ambivalente, angstreiche und anstrengende Zeit wahrgenommen. Die Eltern, insbesondere die Mutter, leben oft in der subtilen Erwartung eines negativen Ereignisses. Das ist speziell dann so, wenn die vorherige Schwangerschaft, die in einem Verlust mündete, sehr schnell und in einer Phase der Erschütterung interveniert wurde und die Frau nicht die Erfahrung von Selbstwirksamkeit machen konnte.
Es wechseln sich Phasen der Vorfreude und Hoffnung mit Phasen der Resignation und der Angst ab – ein Auf und Ab der Gefühle. Die Frau lebt oft in ständiger Erwartung einer Fehlgeburt und ist sehr ängstlich.
Oft wird als Selbstschutzstrategie eine frühe Bindung zum Folgekind unterbunden und die Haltung „das wird ja eh nichts“ wird als Glaubenssatz manifestiert, um sich vor einer weiteren Enttäuschung zu wappnen.
Arztbesuche und Krankschreibungen sind häufiger als in der vorherigen Schwangerschaft. Zur Selbstkontrolle wird oft ein Fetal-Doppler für den Hausgebrauch gekauft.
Die Trauer um das verlorene Kind ist, gerade wenn die vorherige Schwangerschaft noch nicht lange her ist, nach wie vor auch präsent oder sogar wieder verstärkt spürbar, weil Erinnerungen wieder aufbrechen und man schmerzlich bemerkt, was man mit dem verstorbenen Kind nie erleben wird.
Die Mütter stecken dann oft in dem Dilemma, dass sie ihr noch ungeborenes Kind vor ihren eigenen Trauergefühlen schützen wollen, während Väter im Zuge ihrer Trauerverarbeitung das Bedürfnis empfinden, stark bleiben zu wollen, um ihren Partnerinnen während der neuen Schwangerschaft Kraft und Halt zu bieten. Durch die Verlusterfahrung und die gemeinsam empfundene Trauer erleben die meisten Eltern eine größere emotionale Nähe mit verbesserter Kommunikation und tieferem gegenseitigen Verständnis während der neuen Schwangerschaft, wenngleich auch ihr Trauerstil unterschiedlich sein und mitunter als gegenseitig herausfordernd empfunden werden kann.
Für viele Eltern wird die Trauer auch als verwirrend erlebt, da sie sich mit der Freude auf das Neugeborene vermischt.
Mütter sagen aus, dass sie sich schuldig fühlen, Momente großen Glücks zu empfinden, dass sie ein neues Kind erwarten.
Gleichzeitig vermischen sich Zweifel, ob sie das Totgeborene und das folgende lebendgeborene Kind gleich lieben werden können.
Mütter fühlen sich zunächst unsicher, ob durch die Bindung zu ihrem neuen Kind die Bindung zu ihrem verstorbenen Kind gebrochen werden könnte, und fürchten, die Erinnerung an ihr totgeborenes Kind dadurch zu verlieren.
Anders als die vorherige Schwangerschaft wird die Folgeschwangerschaft oft sehr viel später nach außen verkündet – sei es, weil man unpassende Bemerkungen wie „dann wird ja jetzt alles gut“ befürchtet oder weil man selbst dieser Schwangerschaft noch nicht über den Weg traut und sich der Fragilität bewusst ist.
Die ersten Kindsbewegungen geben dann etwas Sicherheit, schüren beim Ausbleiben jedoch auch sehr viel schneller große Angst.
Das typischerweise Anfang der 20. Schwangerschaftswoche stattfindende Organscreening wird mit Aufregung erwartet. Manchmal reduziert es die Ängste, gerade wenn das vorherige Kind Fehlbildungen aufwies. Oft wird auch das Geschlecht gesichert. Manche wünschen sich das gegenteilige Geschlecht, um möglichst viele Unterschiede zu haben, andere wiederum wünschen sich das gleiche Geschlecht, um dann doch noch die Gelegenheit für das Großziehen eines Jungen bzw. eines Mädchens zu bekommen. Einige Paare möchten das Geschlecht auch nicht erfahren, um eine stärkere Identifikation mit dem Kind zu vermeiden, weil sie sich noch immer nicht auf die Schwangerschaft einlassen wollen.
Anders als bei der Schwangerschaft mit dem Sternenkind verzichten nun viele auf Kurse wie Yoga oder Schwimmen für Schwangere, um nicht mit „naiven, glücklichen“ Schwangeren konfrontiert zu werden.
Oft wird deutlich später mit dem Kauf von Babyutensilien und der „Nestvorbereitung“ begonnen, aus Angst dieses wieder „umsonst“ zu tun.
Häufig drängen die Frauen mit Verlust auf eine frühere Einleitung oder einen Kaiserschnitt, damit nicht doch noch etwas schiefgeht. „Ein lebendiges Frühchen, das heutzutage gute Chancen hat, ist besser als ein zeitgerecht geborenes, totes Kind.“ Der Wunsch nach Intervention und Kontrolle wird oft übermächtig in Angesicht der Angst und des Misstrauens gegenüber dem eigenen Körper.
Auch nach der Geburt ihres vitalen Kindes erleben sich die Eltern „anders“ als alle anderen Eltern. Einerseits empfinden sie eine tiefere und nicht für selbstverständlich angenommene Dankbarkeit für die Geburt ihres gesunden Kindes. Andererseits teilen sie ihre vergangene Lebenserfahrung und Verlustgeschichte nicht gern und offen mit anderen erstmaligen Eltern, um sie vor solch bislang nicht empfundenem Leid zu bewahren.
Nach der Geburt setzen viele Eltern weiterhin unbewusst Strategien ein, um der Gefahr zu begegnen, dass ihr Kind jeden Moment erkranken oder sterben könnte. Diese Angst erschwert die physiologische Trennung vom Kind. Mitunter kann dies auch eine eigene Bindungsschwierigkeit zum Kind während der Schwangerschaft und nach der Geburt bedeuten, die aus Angst vor Verlust zum Eigenschutz aufgebaut wird. Mütter berichten danach von Schuldgefühlen, die sie besser zu verarbeiten lernen, wenn sie ihrem Kind die Liebe und gleichzeitig Selbstständigkeit geben, sich zu entwickeln ohne jegliche Erwartungen.
Ebenso schildern Mütter die Hemmung, ihr Folgekind dem verstorbenen Kind zu bevorzugen, aus der Fantasie, dass das verstorbene Kind „vom Himmel herabschauend“ eifersüchtig auf seine Geschwister werden könnte. Das Gleiche wird auch umgekehrt, dass die Eltern befürchten, dass ihr gesundes Kind eifersüchtig auf das verstorbene Geschwisterkind sein könnte, wenn dieses allzu oft kommemoriert wird.
Das „Replacement-Child-Syndrom“ beschreibt einen in der Literatur widersprüchlich behandelten psychopathologischen Zustand, bei welchem das lebendgeborene Folgekind aus elterlicher unbewusster Haltung heraus den Platz und die Identifikation des verstorbenen Geschwisterkindes einnehmen soll. Dabei überlagern sich elterliche Gefühle und Erwartungen an das verstorbene Kind, das in der Fantasie der Eltern in der idealen Version seines Selbst weiterlebt, mit den Gefühlen und Erwartungen an das lebendgeborene Folgekind, welches folglich Schwierigkeiten hat, seine eigene Persönlichkeit in allen Schattierungen frei zu entfalten.
Geprägt durch die Verlusterfahrungen der Eltern, kennzeichnet das „Vulnerable-Child-Syndrome“ den Zustand, bei welchem das Kind überdurchschnittlich mehr Schutz und Pflege erfährt, um vor Gefahren bewahrt zu werden.
Wer kennt sie nicht?
Die Angst vor dem Gang auf die Toilette, der ängstliche Blick auf das Toilettenpapier, nachlassende Schwangerschaftssymptome, ein Ziehen im Unterbauch- alles Trigger, die in einem die Panik und Angst vor einem erneuten Schwangerschaftsverlust aufsteigen lassen.
Die Amygdala ist der Teil unseres Gehirns, der unsere Umgebung nach Gefahrenquellen abscannt. Stuft er etwas als gefährlich ein oder triggert etwas eine traumatische Erinnerung, leitet er alle Maßnahmen ein, um unser Überleben zu sichern. Schnelle Atmung, schneller Herzschlag, Anspannung, Tunnelblick- das ist alles sinnvoll, wenn man kämpfen oder fliehen muss. Ohne tatsächlich vorhandene, ernsthafte Gefahr bricht eine Paniklawine los und in der Folge kommt die „Angst vor der Angst“. Während einer Panikattacke haben Betroffene oft nur einen Wunsch: dass das aufhört. Doch Weglaufen schränkt nicht nur das Leben ein, sondern gibt dem Angstzentrum recht: Alles richtig gemacht, hier gab es eine Gefahr, und wir sind jetzt in Sicherheit. Fazit: Beim nächsten Mal wieder so reagieren.“ Stellt man sich dagegen seiner Angst, kapiert das Hirn: „Ach so, da ist ja gar keine echte, faktisch begründete Gefahr.“- und es nimmt eine Neubewertung der Situation vor. Wichtig dabei: radikale Akzeptanz. Sich gegen die Angst zu wehren, macht sie nur noch schlimmer. Was kommen will, muss kommen dürfen, annehmen statt wegdrücken. Die Angst ist nicht dein Feind, sie will dich schützen, manchmal zu überengagiert. Nimm sie in den Arm und sag ihr: Alles gut, ich übernehme. Folgende Übungen helfen Ruhe in den Körper zu bringen, damit ein anderer Teil des Gehirns übernehmen kann.
Ultraschall Fetal Doppler wie z.B. der Angelsound sind oft keine gute Idee, da sie, wie auch ein Arztbesuch mit Ultraschall, nur sehr kurzfristig beruhigen. Theoretisch könnte das Herz ja kurz nach dem Abhören aufhören zu schlagen. Durch das Abhören oder die Bildgebung hat man nur eine Momentaufnahme, die eben auch nur in diesem Augenblick zeigt, dass jetzt alles in Ordnung ist. Aber was ist z.B. morgen oder in 2 Stunden? Die Gefahr, dass sich die Angst noch mehr verselbstständigt, ist groß.
Wichtiger ist es, Vertrauen in seinen Körper und das Kind zu bekommen.
Mit den ersten Kindsbewegungen wird die Angst meist besser.
„Es ist besser, zu genießen und zu bereuen,
als zu bereuen, dass man nicht genossen hat. „
(Giovanni Boccaccio)
Die Übung „sicherer Ort“ wirkt nicht nur psychologisch, sondern hat gut erklärbare neurobiologische Effekte. Kurz gesagt: Du nutzt gezielt Vorstellungskraft, um dein Nervensystem von „Alarm“ auf „Sicherheit“ umzuschalten.
1. Amygdala wird beruhigt (Angstzentrum)
Wenn du Stress oder Angst empfindest, ist die Amygdala aktiv – sie erkennt (vermeintliche) Bedrohungen und startet eine Stressreaktion. Durch die Vorstellung eines sicheren Ortes sendest du deinem Gehirn widersprüchliche Signale: keine Gefahr, sondern Sicherheit. Das kann die Aktivität der Amygdala dämpfen.
2. Präfrontaler Cortex übernimmt mehr Kontrolle
Der präfrontale Cortex (zuständig für Bewertung, Kontrolle, „Realitätscheck“) wird stärker aktiviert. Er hilft, die emotionale Reaktion der Amygdala herunterzuregulieren („Top-down-Regulation“).
3. Parasympathikus wird aktiviert
Die ruhige Atmung und das Sicherheitsgefühl aktivieren den Parasympathikus (Teil des autonomen Nervensystems).
→ Herzfrequenz sinkt
→ Atmung wird ruhiger
→ Körper entspannt sich
Das ist das Gegenteil der Stressreaktion (Sympathikus).
4. Hippocampus und Gedächtnisnetzwerke
Wenn du einen realen oder detaillierten Ort vorstellst, greift der Hippocampus auf Erinnerungen und räumliche Vorstellungen zurück.
Das hilft, die Szene „realer“ wirken zu lassen – dein Gehirn reagiert nämlich auf vorgestellte Situationen oft ähnlich wie auf echte.
5. Neurochemische Effekte
Stresshormone wie Cortisol können sinken
Beruhigende Botenstoffe (z. B. GABA) gewinnen an Einfluss
Bei angenehmen Bildern kann auch Dopamin leicht ansteigen (Gefühl von Wohlbefinden)
6. Lernen von Sicherheit (Neuroplastizität)
Wenn du die Übung regelmäßig machst, lernt dein Gehirn:
„Ich kann mich selbst regulieren.“
Neue neuronale Verbindungen entstehen, die schneller von Stress zu Ruhe wechseln lassen.
Übung: Hier ist eine einfache Übung zum „sicheren Ort“, die du selbst nachmachen kannst:
Angst ist das Ergebnis eines überaktiven Alarmsystems. Mit den folgenden Übungen soll die Konnektivität (ausgewogenen Zusammenarbeit) zwischen Amygdala, Hippocampus und der präfrontale Cortex wieder miteinander hergestellt werden:
1. Woche: Die Amygdala wieder beruhigen
In Momenten der Angst übernimmt das Stresssystem das Kommando: Herzschlag, Atemfrequenz und Muskeltonus ziehen an. Deshalb sollte der Körper zunächst beruhigt werden.
2. Woche: Gedanken entschärfen
Angst entsteht im Kopf. Entscheidend ist nicht der Gedanke selbst, sondern ob wir ihm glauben.
3. Woche: Gefühle regulieren lernen
Innere Anspannung kann man lernen gezielt zu lösen, um aus dem flight-freeze-fight Modus in die Ruhe zu kommen.
4. Woche: Positive Ressourcen vertiefen
Jetzt geht es darum neue Erfahrungen zu verankern und innere Stärke aufzubauen.
Nach den 4 Wochen trainiert man das Gehirn täglich mit 3 unterschiedlichen Übungen aus dem gesamten Wochenprogramm. Zur zusätzlichen Unterstützung gibt es die Brain-Changer App.
1. Nimm eine angenehme Position ein und suche Dir einen Punkt im Raum, auf dem Du
Deinen Blick ruhen lässt. Atme einige Male tief ein und aus.
2. Zähle -laut oder in Gedanken – 5 Dinge auf, die Du gerade siehst (z.B. ich sehe den Tisch, ich sehe die Lampe, usw.).
3. Wenn Du die 5 Dinge aufgezählt hast, lenke die Aufmerksamkeit auf das, was Du hören kannst und zähle auch hier 5 Dinge auf (z.B. ich höre die Vögel zwitschern, ich höre ein Auto vorbeifahren, usw.)
4. Danach lenke die Aufmerksamkeit auf das, was Du spüren kannst und nenne
5 Dinge, die Du gerade spürst (z.B. ich spüre meine Füße auf dem Boden, ich spüre
meine Hose auf der Haut, usw.).
5. Wiederhole die Schritte 2, 3 und 4, diesmal mit jeweils 4 Dingen, die Du sehen,
hören und spüren kannst. Dann geht es weiter mit 3 Dingen, 2 Dingen und
schließlich mit jeweils 1 Wahrnehmung je Kategorie (Sehen, Hören, Spüren).
„Das kann auch dieses Mal nicht gut gehen, warum sollte es?“
„Alle bekommen problemlos Kinder, nur ich nicht.“
„Es soll einfach nicht sein.“
Die wohl größte Herausforderung in einer neuen Schwangerschaft ist es wohl 40 Wochen hoffnungs- sowie vertrauensvoll und zuversichtlich oder gar unbeschwert und freudig zu sein. Viele haben mit großen Ängsten zu kämpfen.
Ich möchte Euch eine Übung vorstellen, mit der man versuchen kann, die alten Glaubenssätze mit neuen zu überschreiben:
Schreibe im Präsenz auf, wie Du Dich fühlen möchtest und wie diese Schwangerschaft für Dich sein soll, z.B. zuversichtlich, wohl im eigenen Körper, hoffnungsvoll, freudig usw. Nehme dann Deinen Text als Sprachmemo auf und höre den eigenen Text immer wieder an. Fange beim Anhören anzuzählen, von 1 bis 10, dann von 2 bis 10 usw. Dadurch wird der Verstand abgelenkt, und die Worte gehen direkt ins Unterbewusstsein, das durch die neuen Glaubenssätze aufhört, gegen Dich zu arbeiten. Die neuen Sätze, von deren Richtigkeit man fest ausgehen möchte, sind nun im besten Fall dort verankert und stärken Dich.
Der Vagusnerv spielt eine zentrale Rolle für unsere Entspannung und das Wohlbefinden. Stress, Angst und Anspannung, wie wir sie insbesondere in der Folgeschwangerschaft erleben, belasten unseren Alltag, doch mit gezielten Vagusnerv-Massagen können wir gegensteuern.
Unterschiedlichste Übungen zur Stimulation des Vagusnervs findet Ihr im Netz.
Alpha-Wellen sind eine spezifische Art von Gehirnwellen, die in einem Frequenzbereich von etwa 8 bis 12 Hertz (also Schwingungen pro Sekunde) auftreten. Sie werden dann aktiv, wenn wir entspannt sind. Im Momenten der Angst kann man versuchen die Alpha-Wellen im Gehirn durch das Hören von spezieller Musik mit dieser Frequenz zu triggern und sich so in einen Zustand der Entspannung zu versetzen.
Durch die Akupressur des Punktes He7, der für die Beruhigung des Herzens sorgt, kann man versuchen, Entspannung herbeizuführen.
Der Druckpunkt liegt in einer Vertiefung auf der Beugefalte des Handgelenks, seitlich der tastbaren Sehne des Handbeugemuskels, vor dem Erbsenbein und ist meist leicht druckempfindlich.
Eine kräftige, kreisende Massage des Punkts mit dem Daumen oder dem Zeigefinger wirkt stark beruhigend auf die Seele und hilft sogar bei Panikattacken.
Massiere dazu den Punkt an beiden Handgelenken jeweils 30 bis 60 Sekunden lang.
Lautes Stopprufen und dabei kräftig mit den Händen klatschen, aktiviert unser autonomes Nervensystem und das unterbricht unser Denken. Der Kopf richtet sich auf einen neuen Reiz, um ihn auf seine Bedrohlichkeit zu prüfen. Wer mag, kann dazu noch kräftig auf den Boden stampfen. Dieses Zeichen der Stärke unterstreicht den Willen, sich jetzt aus dem Grübelsumpf zu befreien. Nutze diese Pause, um die Grübelei von außen zu betrachten. Frag dich, ob dich diese Schleife nun weiterbringt. Danach sollte man sich direkt mit etwas anderem ablenken.
Wenn sich etwas im Hirn festgesetzt hat, kann man es mithilfe des Geistes auch wieder loswerden: Stell Dir vor, wie Du am Bach sitzt. Beobachte, wie die Blätter von einem Baum geweht werden, in das Wasser fallen und davonschwimmen. Wenn ein unliebsamer Gedanke kommt, stell Dir vor, wie Du ihn mit 2 Fingern von der Stirn nimmst und auf einem Blatt platzierst. Verfolge das Blatt, wie es mit dem Gedanken davon schwimmt. Mit jeder Wiederholung kann man besser loslassen.